Hartwig Gauder zur Entscheidung über die gesetzliche Zukunft der Organspende

15. Januar, 2020

 

Am 16. Januar 2020 entscheiden deutsche Politiker im Bundestag über eine gesetzliche Zukunft der Organspende. Die Kernfrage an diesem Tag ist: Widerspruchslösung „Ja oder Nein“. In 21 von 28 europäischen Ländern hat man sich für die Widerspruchslösung entschieden. Diese Länder setzen damit europäische Werte im Interesse ihrer Bürgerinnen und Bürger um. Weshalb sollte dieser Weg nicht auch in Deutschland gegangen werden? Emotional gesehen geht es an diesem Tag um ein Stück Leben von sich weiterzugeben, die Chancen auf eine lebensnotwendige Organspende für viele Menschen zu verbessern oder das langsame Dahinsiechen bis zum Sterben auf der Warteliste zu verlängern.

Wer widersprechen, eine Hilfe für den „Nächsten“ ablehnen möchte, muss sein Selbstbestimmungsrecht bei der Widerspruchsregelung aktiv kundtun. Dadurch wird vieles einfacher, zum Beispiel für Familienangehörige, auch für die betreuenden Ärzte. Man übernimmt für sich Verantwortung durch Selbstbestimmung, wie bei der Festlegung eines Testaments.

Ganz persönlich: Vor 23 Jahren wäre mein Leben beendet gewesen. Herzversagen durch einen Virus. Ich habe die Chance erhalten, durch eine Organspende weiterleben zu dürfen. Für mich eine Erfolgsgeschichte. Ich habe nach der Transplantation am 30. Januar 1997 einen Abschluss als Diplom-Architekt gemacht, habe meinen Sohn aufwachsen gesehen, bin bei drei Marathonläufen in New York und Berlin gestartet und konnte den heiligen Berg Japans, den Fuji-san besteigen. Ich bete dafür, dass viele kranke Menschen die gleiche Chance erhalten.

Mit den besten Wünschen für Gesundheit

Hartwig Gauder