Geschichte

Der Mangel an Spender-Organen, die Not der Kranken auf den Wartelisten und die unzureichende Information der Öffentlichkeit über die lebensrettenden Möglichkeiten der Transplantation führen 1996 zur Gründung der Initiative „Sportler für Organspende“. Sie wird zwei Jahre später in den gemeinnützigen Verein Sportler für Organspende e.V. (VSO) umgewandelt.

Steffi Graf, Franz Beckenbauer, Franziska van Almsick, Jürgen Klinsmann, Reinhold Messner, Jörg Roßkopf und Jens Weißflog sind zu Beginn die prominentesten Sportler, die sich für die Sache einsetzen – unterstützt auch vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), dem größten Sportverband der Welt, und seinem damaligen Präsidenten Egidius Braun.

Ins Leben gerufen wird die Initiative durch Hans Wilhelm Gäb, den ehemaligen Aufsichtsrats-Vorsitzenden der Adam Opel AG und langjährigen Präsidenten des Deutschen Tischtennis-Bundes. Der frühere Nationalspieler, 1992 zum Chef de Mission der deutschen Olympia-Mannschaft für Barcelona gewählt, muss dieses und andere Ämter im Sport niederlegen, weil ein Virus seine Leber zu zerstören beginnt.

1994 rettet der Berliner Chirurg Professor Peter Neuhaus Gäbs Leben durch eine Transplantation.


Start der Initiative 1996 in Bonn. Von links: der damalige
Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer, Franz Beckenbauer, Hans Wilhelm Gäb


Engster Mitarbeiter des Vereinsgründers ist der ehemalige Olympiasieger und Weltmeister im Gehen, Hartwig Gauder, der das Schicksal des Kranken auf der Warteliste ebenfalls am eigenen Leibe erfährt. Nach einem bakteriell bedingten Herzversagen überlebt Gauder zehn Monate lang mit einem künstlichen Herzen, ehe er im Januar 1997 durch ein Spenderherz gerettet wird. 2003 besteigt der Mann mit seinem „dritten Herzen“ den 3776 Meter hohen Fuji, Japans höchsten und heiligen Berg.

2004 gründet der VSO gemeinsam mit betroffenen Eltern und unterstützt vom FC Bayern München die „Kinderhilfe Organtransplantation e.V. (KiO)“. Mit diesem als gemeinnützig und mildtätig anerkannten Verein ist es möglich, direkte Hilfe zu leisten. KiO unterstützt seitdem transplantierte Kinder und deren Familien in sozialen und finanziellen Notlagen sowie mit erlebnispädagogischen Maßnahmen.

Um die Bereitschaft zur Organspende zu erhöhen, kooperiert der VSO immer wieder mit Sportveranstaltungen und -verbänden. Höhepunkte sind 2005 und 2006 Spieltage der Fußball-Bundesligen unter dem Motto „Organspende schenkt Leben“. Die Vereine der Deutschen Fußball Liga (DFL) verteilen Faltblätter mit heraustrennbaren Organspendeausweisen und informieren rund um die Spiele über die Organspende. Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt stellt sich hinter die Aktion. 2009 wird diese Aktion noch einmal in der Fußball-Bundesliga wiederholt.

2005 vergibt KiO erstmals den Helmut Werner-Preis. Die Auszeichnung für verdiente Transplantationsmediziner und -pflegekräfte erinnert an den ein Jahr zuvor verstorbenen früheren Mercedes-Chef, einen unserer größten Förderer. Im gleichen Jahr startet KiO-Botschafter und Speerwurf-Olympiasieger Klaus Wolfermann seine Benefiz-Golfturnierserie.

Im März 2014 übernimmt der FC Bayern München mit Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger als Fürsprechern eine offizielle Patenschaft für KiO, die von Olympiasieger Matthias Steiner und Paul Breitner koordiniert wird. Am 25. April 2015 stellte der FC Bayern sein Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC unter das Motto: „Der KiO-Tag“. Der FC Bayern begleitete den Aktionstag in all seinen Medien, mit einer Pressekonferenz, mit Interviews, Infoständen und einem Spot im Stadion. Auf den 75.000 Plätzen der Allianz-Arena lagen Infos zu KiO und zum Thema Organspende mit heraustrennbaren FC-Bayern-Organspendeausweisen aus. 13 organtransplantierte Kinder aus ganz Deutschland liefen mit den Bayern-Profis in die Allianz-Arena ein.


Von der Gründung bis heute haben die Sportler für Organspende mehr als eine Million Organspendeausweise in Deutschland verteilt.