Pressemitteilung

10.08.2012

Wo liegt eigentlich der Skandal?

Dass in Deutschland jeden Tag drei Menschen sterben müssen, weil es nicht genügend Spenderorgane gibt, gilt in Deutschland seit langem nicht als Skandal.
Demgegenüber machen die Medien aus einem Einzelfall, dem kriminellen Verhalten einer kleinen Gruppe in Göttingen, einen das gesamte Transplantationswesen diskreditierenden „Organspende-Skandal“.

Wir möchten zum Nachdenken aufrufen und festhalten:

1. Es ist allein der Mangel an Spenderorganen und die mangelnde Spendebereitschaft der Bürger, die den Boden bereiten können für Missbrauch und gesetzwidriges Verhalten.

2. Es ist die Todesangst von Menschen, die ohne ein neues Herz oder eine neue Niere nicht weiter leben können, die – im Ausland, nicht in Deutschland! – von Organhändlern zur Bereicherung ausgenutzt wird.
3. Es ist die schreckliche Armut in vielen Teilen der Welt, die Menschen dazu führt, eine ihrer Nieren an diese Organhändler zu verkaufen.

4. Es bleibt die Verantwortung von uns allen, in der Stunde des eigenen Abschieds andere Leben zu retten, Kranken eine neue Chance zu geben und damit auch schmutzigen Geschäftemachern das Handwerk zu legen.

5. Wer „nach Göttingen“ seine Spendebereitschaft aufgibt oder in seinem Einsatz für diese Idee der Menschlichkeit nachlässt, verurteilt nicht nur unschuldige Kranke zum Tod. Er vergrößert auch den tödlichen Mangel an Spenderorganen und steigert damit die Profite derjenigen, die aus dem Überlebenskampf von Menschen Gewinn ziehen wollen.

Hans Wilhelm Gäb
Vorsitzender Sportler für Organspende und Kinderhilfe Organtransplantation

< Zur Übersicht