Pressemitteilung

14.05.2009

Organtransplantation: Deutscher Verein erhört japanischen Hilferuf

Organspende-Befürworter aus Deutschland und Japan kooperieren, um auf die schwierige Lage von Transplantations-Patienten in Japan aufmerksam zu machen

Hilfe für einen herzkranken 18-Jährigen

Einladung zu Pressegespräch am 12. Juni und zu Benefiz-Golfturnier am 13. Juni

 

Am Freitag, 12. Juni, 18 Uhr, geht es in einem Pressegespräch im Golf-Club Pottenstein (Fränkische Schweiz) um die schwierige Lage von Transplantationspatienten in Japan. Mediziner aus Deutschland und Japan werden dabei nähere Auskünfte geben.

 Zum Hintergrund: Seit 2006 kooperiert der Verein Sportler für Organspende e.V. (VSO) mit der japanischen Non-Profit-Organisation Heart to Heart (HTH). Der 1998 gegründete VSO berät die jüngere japanische Initiative bei ihrer Aufbauarbeit, denn das Ziel ist das gleiche: mit Hilfe prominenter Persönlichkeiten des Sports für die Idee der Organspende zu sensibilisieren.

 Während in Deutschland pro Jahr über 4.000 lebensrettende Transplantationen vorgenommen werden können, hat es die Idee der Organspende in Japan trotz des hohen medizinischen Standards viel schwerer. Widerstände wurzeln in religiösen und kulturellen Traditionen. Der Hirntod als Kriterium für den definitiven Tod des Menschen und die Organverpflanzung gelten in Japan als etwas Fremdes. Ein strenges Gesetz verhindert, dass die Transplantation von Organen hirntoter Patienten zu einer allgemeinen Praxis wird. In Japan gibt es eine „doppelte Zustimmungsregelung“: Nicht nur muss (wie in Deutschland) der Spender zu Lebzeiten die Bereitschaft zur Organspende erklärt haben, sondern auch die Angehörigen müssen einer Organentnahme zustimmen. Außerdem darf der Spender nicht unter 15 Jahre alt sein.

 Ein Beispiel für die daraus entstehende Not ist der 18-jährige Keisuke Miyahara. Er leidet an einem irreparablen Herzfehler (dilatative Kardiomyopathie). Nur eine Organtransplantation kann sein Leben retten, doch dafür sind die Chancen in Japan äußerst gering. Seit einigen Wochen liegt Keisuke im Klinikum in Bad Oeyenhausen. Sein Leben hängt derzeit am seidenen Faden eines Kunstherzes. Noch dürfen in Deutschland pro Jahr auch einige wenige Ausländer transplantiert werden.

 Am Samstag, 13. Juni, findet im Golf-Club Pottenstein (Fränkische Schweiz) ein von VSO-Mitglied Klaus Wolfermann (Speerwurf-Olympiasieger 1972) und Golf-Club-Präsident Werner Herlitz organisiertes Benefiz-Golfturnier zugunsten von Keisuke Miyahara statt, der den Flug von Japan nach Deutschland und weitere Kosten selber tragen muss. Am Vortag, Freitag, 12. Juni, laden die Organisatoren um 18 Uhr zu einem Pressegespräch im Golf-Club Pottenstein ein. Dabei werden der Transplantationsmediziner Prof. Dr. Reiner Körfer, VSO-Mitglied und bis Januar 2009 Chefarzt des Herz- und Diabeteszentrums Bad Oeynhausen, sein japanischer Kollege und HTH-Vorsitzende Prof. Dr. Kazutomo Minami von der Nihon Universität in Tokio sowie der herztransplantierte VSO-Generalsekretär und Olympiasieger Hartwig Gauder nähere Auskünfte geben.

 Für Fragen vorab und weitere Hintergründe zum Thema steht Prof. Minami gerne zur Verfügung. Er spricht sehr gut Deutsch und ist erreichbar per E-Mail an minami.kazutomo@nihon-u.ac.jp oder unter Telefon 0081-339728375.

„Sportler für Organspende“ sind mehr als 70 Olympiasieger, Welt- und Europameister – von Franz Beckenbauer und Franziska van Almsick bis Rosi Mittermaier und Michael Schumacher. Sie tragen einen Organspendeausweis bei sich, geben so ein Beispiel und machen Tausenden Kranken auf den Wartelisten Mut.

 2004 gründete der Verein „Sportler für Organspende“ e.V. (VSO) die Initiative Kinderhilfe Organtransplantation e.V. (KiO). Sie leistet als einzige übergreifende Hilfsorganisation direkte Hilfe für transplantierte Kinder und deren Familien in sozialen und finanziellen Notlagen.

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