Pressemitteilung

30.10.2008

Olympiasieger für Organspende

  • Mitgliederversammlung der „Sportler für Organspende“ in Frankfurt
  • Verein vor zehn Jahren in Neu-Isenburg gegründet
  • Benefizpartner des Deutschen Sportpresseballs 2008
  • Helmut Werner-Preis an früheren Gießener Mediziner Prof. Dr. Heinrich Netz
  • Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger hält die Laudatio

Frankfurt/Main, 30. Oktober 2008. Der 1. November steht in Frankfurt auch im Zeichen des Sports und der Organspende: Am Morgen kommen zehn Olympiasieger zur Jahrestagung des Vereins Sportler für Organspende (VSO). Am Abend ist der Verein, der vor zehn Jahren am 31. Oktober 1998 in Neu-Isenburg gegründet wurde, Benefizpartner des Deutschen Sportpresseballs. Zudem wird im Rahmen der Tagung der Helmut Werner-Preis 2008 an den Transplantations-Mediziner Prof. Dr. Heinrich Netz verliehen, der vor 20 Jahren 1988 die erste Herztransplantation bei einem Kleinkind in Gießen plante und durchführte. Die Laudatio hält die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger.

Neben VSO-Generalsekretär Hartwig Gauder, herztransplantierter Olympiasieger von 1980 im Gehen, haben sich zur Jahrestagung die Vereinsmitglieder und Olympiasieger Birgit Fischer (Kanu), Cornelia Hanisch (Fechten), Martin Lauer (Leichtathletik), Olaf Ludwig (Radsport), Roland Matthes (Schwimmen), Ingrid Mickler-Becker (Leichtathletik), Holger Nikelis (Tischtennis/Paralympics), Christian Schenk (Leichtathletik) und Klaus Wolfermann (Leichtathletik) angekündigt. „Sportler für Organspende“ sind mehr als 70 Olympiasieger, Welt- und Europameister. Sie tragen einen Organspendeausweis bei sich, geben so ein Beispiel und machen Tausenden Kranken auf den Wartelisten Mut. Denn Aufklärung tut weiter Not: Nur 12 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis – aber 98 Prozent würden eine Spende annehmen, wenn so das eigene Leben gerettet würde. Viele wissen nicht, wo man einen Organspendeausweis bekommt und dass er nicht registriert wird. VSO-Vorsitzender Hans Wilhelm Gäb, der seit 14 Jahren mit einer neuen Leber lebt, sagt: „Jeder kann helfen und jeder kann jederzeit betroffen sein – auch als Empfänger einer lebensrettenden Spende.“

Um die Aufklärungsarbeit der Sportler für Organspende zu unterstützen, spendet der Deutsche Sportpresseball am Abend in der Alten Oper die Tombolaeinnahmen an den VSO.

Seit 2004 unterstützen die Sportler für Organspende mit ihrer mildtätigen Initiative „Kinderhilfe Organtransplantation“ (KiO) Betroffene auch direkt. KiO steht Familien vor und nach der Transplantation zu Seite, bietet Seminare und Freizeit-Programme an, die der Psyche transplantierter Kinder gut tun, und hilft in Härtefällen finanziell. KiO arbeitet im Sinne des ehemaligen Mercedes-Chefs Helmut Werner und mit Unterstützung seiner Familie. Der 2004 verstorbene Werner war dem Thema eng verbunden. Einen nach ihm benannten Preis verleiht KiO jährlich an Menschen, die sich für transplantierte Kinder stark machen. In diesem Jahr ist Prof. Dr. Heinrich Netz (60) der Preisträger. Er konnte im Juni 1988 die erste Herztransplantation bei einem Kleinkind in Gießen planen und mit einem neu gegründeten Transplantationsteam durchführen. Heute ist Netz Leiter der Abteilung Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin im Klinikum München-Großhadern.

Helmut Werner-Preisträger 2008:
Prof. Dr. Heinrich Netz

Heinrich Netz legte 1966 in Friedberg das Abitur ab und begann das Medizinstudium an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt. Die ärztliche Prüfung absolvierte er 1972 an der Universität in Würzburg, 1973 folgte die Promotion. 1975 trat Netz als Weiterbildungsassistent in die Kinderklinik der Universität Gießen ein, es folgten die Facharztanerkennung für Kinderheilkunde 1980 und die Teilgebietsbezeichnung Kinderkardiologie 1981. Netz habilitierte im April 1985 und wurde Privatdozent und klinischer Oberarzt der Abteilung Kinderkardiologie an der Universität Gießen. Nach Hospitationen am Deutschen Herzzentrum in München und in den USA konnte Netz im Juni 1988 die erste Herztransplantation bei einem Kleinkind in Gießen planen und mit dem neu gegründeten Transplantationsteam durchführen. Ende 1988 eröffnete er die von ihm geleitete interdisziplinäre Intensivstation an der Universitätskinderklinik Gießen.

1992 übernahm Netz die Professur für Kinderkardiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und den Auftrag, am Klinikum Großhadern die Kinderkardiologie zu etablieren. Unter seiner Regie wurde das gesamte Spektrum bis hin zu Herztransplantationen ausgebaut. Seit Oktober 1998 ist Netz Leiter der Abteilung für Kinderkardiologie und pädiatrische Intensivmedizin am Klinikum Großhadern. Schwerpunkt seiner klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit ist seit über zwei Jahrzehnten die Transplantation thorakaler Organe im Kindes- und Jugendalter.

Prof. Dr. Heinrich Netz engagiert sich stark ehrenamtlich: 2002/2003 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie, 2006 übernahm er Vorstandsaufgaben im wissenschaftlichen Beirat der „Herz für Herz“-Stiftung. Zudem hilft er bei der Errichtung einer Kinderherzklinik in DaNang/Vietnam.

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