Pressemitteilung

06.12.2007

Anhaltend steigende Organspendezahlen in Hessen

Kampagne der Landesregierung erfolgreich – Sozialministerin Lautenschläger gibt Startschuss für Werbeaktion mit dem Verein „Sportler für Organspende“

Wiesbaden, 6.12.2007. „Die Initiativen der Hessischen Landesregierung zur Organspende zeigen Wirkung. Die Zahl der Organspender ist in Hessen auch im dritten Quartal 2007 weiter gestiegen“, erklärte die Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger. Sie verwies darauf, dass die Zahl der postmortalen Organspender gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23% zugenommen habe. Gleichzeitig sank in Hessen die Ablehnungsrate erfreulicherweise im dritten Quartal 2007 erneut um 10%. „Die Organspende-Kampagne der Landesregierung zeigt Wirkung. Es ist uns gelungen, die Öffentlichkeit besser zu informieren und zu sensibilisieren“, sagte Ministerin Lautenschläger dazu heute in Wiesbaden. Das Zwischenziel, die Zahl der Organspender pro Jahr um 10% zu erhöhen, sei für 2007 in greifbarer Nähe.

Um die Gemeinschaftsaufgabe Organspende weiter im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu etablieren, gab Sozialministerin Lautenschläger heute gemeinsam mit Hans Wilhelm Gäb, Vorsitzender und Gründer des Vereins Sportler für Organspende (VSO) sowie Aufsichtsratschef der Sporthilfe, und Pascal Roller, Basketballnationalspieler der Frankfurt Skyliners, den Startschuss für eine Aktion, die vor allem im Umfeld großer Sportveranstaltungen und Wettkämpfe dafür werben will, dass sich die Zahl der Menschen, die einen Organspendeausweis bei sich tragen, weiter erhöht.

„In den nächsten sechs Monaten werden über 100.000 Handzettel mit dem Konterfei von fünf hessischen Sportlern bei Wettkämpfen, Events und über Verbands-Publikationen verteilt“, sagte Hans Wilhelm Gäb. Neben Pascal Roller haben sich dafür Betty Heidler, Weltmeisterin im Hammerwerfen und Pascal Behrenbruch, Vize-Europameister U 23 im Zehnkampf, Timo Boll, Vizeweltmeister im Tischtennis und Renate Lingor, Fußballweltmeisterin, zur Verfügung gestellt. „Es ist wichtig, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Jeder kann jederzeit betroffen sein – auch als Empfänger einer lebensrettenden Spende“, betonte Gäb. Wer eine Entscheidung für oder gegen Organspende bereits zu Lebzeiten treffe und diese im Organspendeausweis dokumentiere, erspare seinen Angehörigen eine belastende Situation.

Im Verein „Sportler für Organspende“ engagieren sich mehr als 50 Olympiasieger und Weltmeister. Er wurde von Hans Wilhelm Gäb, Franz Beckenbauer und anderen gegründet und feiert im nächsten Jahr sein zehnjähriges Bestehen.

Das Land Hessen wirbt seit Juni vergangenen Jahres unter dem Motto „Organe spenden kann Leben retten – Ich bin dabei“ für die Organspende. Alle hessischen Ministerien beteiligen sich an der Kampagne. So wurde eine Kooperation mit dem Hessischen Landfrauenverband ins Leben gerufen, zahlreiche Unternehmen haben in ihren Mitarbeiterzeitungen und im Internet für die Organspende geworben und das Kultusministerium hat den Schulen Informationsmaterialien zur Verfügung gestellt. Inzwischen wurden mehr als 250.000 Informationsflyer verteilt. Jugendliche, die erfolgreich ihre Führerscheinprüfung absolviert haben, bekommen zusätzlich zur Fahrerlaubnis auch einen Organspendeausweis ausgehändigt. Das Sozialministerium stellt außerdem Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die im Rahmen der Erste-Hilfe-Kurse und im theoretischen Fahrunterricht zum Einsatz kommen können. Darüber hinaus liegen in den hessischen Zulassungsstellen Organspendeausweise aus. Auf dem Dienstweg erhielten alle Landesbediensteten einen Organspendeausweis zugestellt und wurden gebeten, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Im nächsten Jahr werden dann alle hessischen Bürger im Umschlag mit ihrer Lohnsteuerkarte einen Organspendeausweis vorfinden.

< Zur Übersicht