Pressemitteilung

03.07.2003

Porträt Hartwig Gauder

Der Olympiasieger mit dem dritten Herzen

Frankfurt am Main, 3. Juli 2003. Hartwig Gauder, Jahrgang 1954, begann als 16-Jähriger mit dem sportlichen Gehen. In seiner Karriere gewann der Erfurter über die 50-Kilometer-Distanz alles: er holte olympisches Gold 1980 in Moskau, wurde Weltmeister, Europameister, Weltcupsieger und mehrfacher DDR- und Deutscher Meister. 1993, bei der WM in Stuttgart, beendete der "Geher des Jahrhunderts" seine sportliche Laufbahn.

Im März 1995 wurde bei Hartwig Gauder nach Schlaf- und Kraftlosigkeit eine gravierende Einschränkung der Herzleistungsfähigkeit diagnostiziert. Verantwortlich war ein bakteriell bedingter Infekt. Ein halbes Jahr später musste er, an einer Herzmuskelentzündung erkrankt, auf die Warteliste für eine Organtransplantation gesetzt werden. Es vergingen zwei Jahre quälenden Wartens. Am 30. Januar 1997 wurde ein Spenderorgan gefunden und transplantiert. In der Wartezeit hatte Hartwig Gauder zehn Monate lang mit einem künstlichen Herzen leben müssen. Auch das ein "Weltrekord".

Mit dem Kampfgeist des Olympiasiegers packte er sein "Leben mit dem dritten Herzen" an. Hartwig Gauder schloss erfolgreich ein Architekturstudium ab und blieb dem Sport treu. Er absolvierte die Marathons in New York und Berlin, engagiert sich für die Walking-Bewegung und ist Generalsekretär des Vereins Sportler für Organspende e.V.

Sein Leben mit dem dritten Herzen hat Hartwig Gauder in einem Buch niedergeschrieben. Es ist unter dem Titel "Die zweite Chance" im Sportverlag Berlin erschienen.

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