Timo Boll
Europameister Tischtennis
„Jeden Tag sterben Menschen, weil lebensrettende Organe fehlen. Ein kleiner Ausweis kann Leben schenken.“
„Jeden Tag sterben Menschen, weil lebensrettende Organe fehlen. Ein kleiner Ausweis kann Leben schenken.“
Bis zu zehn Prozent aller Transplantationen werden bei Kindern durchgeführt. In den vergangenen Jahren waren das ca. 200-300 Kinder. Grund für die Transplantation sind meist angeborene Organfehlbildungen. Pro Jahr kommen 150 Kinder an die Dialyse, etwa zwei Drittel davon erhalten eine Spenderniere. Am zweithäufigsten ist auch bei Kindern die Lebertransplantation mit ca. 100 Fällen pro Jahr. 40 bis 50 Kinder werden pro Jahr Herz- oder Herz-Lungen transplantiert.
Transplantationszahlen bei Kindern
Die Wartezeit hängt vom Allgemeinzustand des Kindes, der Dringlichkeit auf der Warteliste und dem Alter des Kindes ab.
Junger BDO – Junge Menschen, die hoffen oder bereits ein Spenderorgan erhalten haben
Die Spendebereitschaft in Deutschland ist nach wie vor zu gering. Bei der Nieren- und zunehmend der Lebertransplantation wird vermehrt auf die Lebendspende zurückgegriffen, um das Leiden auf der Warteliste zu verkürzen und das Leben des Kindes zu retten. Denn die durch die Dialyse eintretende Entwicklungsverzögerung beim Kind ist später kaum wieder aufzuholen. Bei der Lebertransplantation gibt es zudem die Möglichkeit, mit nur einer Spenderleber einem Erwachsenen und einem Kind auf der Warteliste zu helfen, da die Leber geteilt werden kann (sog. Splitleber-Verfahren). Aus diesem Grund sterben deutlich weniger Kinder auf der Warteliste für eine Lebertransplantation. Aber 30 Prozent der Kinder, die auf ein Herz warten, versterben während der Wartezeit.
Mehr Infos beim Verein leberkrankes Kind e.V.
Die Gefahr einer Abstoßung besteht zeitlebens, deshalb müssen transplantierte Kinder und auch Erwachsene immer und auch sehr regelmäßig Medikamente einnehmen, um die Stärke des eigenen Immunsystems ein wenig zu reduzieren und so einen „Kampf“ zwischen dem körpereigenen Immunsystem und dem neuen Organ zu verhindern. Dennoch ist es den Kindern möglich, ein weitgehend normales Leben zu führen.
Organtransplantierte Kinder haben ein gesundes Organ erhalten, das in aller Regel einwandfrei arbeitet. Manche Kinder sind aufgrund der immunabwehr-reduzierenden Medikamente aber infektanfälliger. Aber wie bei gesunden Kindern auch, gibt es hier große Unterschiede.
Mehr zum Umgang mit der Krankheit (Beispiel herzkranke Kinder)
Psychische Unterstützung ist in vielen Fällen wichtig, damit die Kinder das Erlebnis schwerer Krankheit und die Nähe zum Tod verarbeiten können. Auch bei der Lebendspende ist es wichtig, das Organ des Angehörigen nun als sein eigenes zu akzeptieren, um nicht in ein Abhängigkeitsgefühl zu geraten. Leider werden aus Kostendruck immer mehr Stellen im psychosozialen Bereich der Kliniken abgebaut. Eltern wissen dann häufig nicht, wo sie weitergehende Hilfen bekommen können.
Adressen von Hilfsmöglichkeiten oder Selbsthilfegruppen vor Ort können über KiO bezogen werden
„Das Leben mit einem transplantierten Kind“
(Universitätsklinikum Schleswig-Holstein)
„Die Herztransplantation - Mehr als nur der Austausch eines Organs“
(Abteilung Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin des Klinikums in München-Großhadern)
Auf alle Fragen zur Organspende und zum Organspendeausweis liefert unser Partner Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Antworten: www.organspende-info.de
Wer lieber telefonisch fragt: Antworten gibt es auch unter der gebührenfreien Nummer 0800-90 40 400 beim Infotelefon Organspende. Das ist ein gemeinsamer Service der BZgA und der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Das Infotelefon ist montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 16 Uhr besetzt.